GUT ABGEKUPFERT

„Treffen sich ein Chemiker, seine Frau und eine Produktdesignerin …“ – was wie der Anfang eines Witzes klingt, ist tatsächlich die Entstehungsgeschichte des jungen Schmuck-Labels Cu Nature, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Schönheit der Natur eindrucksvoll zu konservieren. Ihre Idee: die umfassende Welt der Fauna und Flora in Kupfer zu versiegeln und sie in besondere Schmuckstücke zu bannen.

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Das Trio gründete Cu Nature vor drei Jahren in der Ukraine und besteht aus dem Chemiker Anatolij Bazan, seiner Frau Olga und Designerin Nina Margo Jung, die ihre größte Inspirationsquelle in Mutter Natur finden. Nina ist ausgebildete Produktdesignerin und studierte Innenarchitektur. Während dieser Zeit entwickelte sie bereits ein großes Wissen über Herstellungs- und Beschichtungsarten für Objekte, deren Haptik und Faszination für die Methoden. Den letzten Schliff gab ihr Anatolij, der bereits als Ingenieur berufliche Erfahrung mit Elektronik und chemische Verfahren gesammelt hat. Er ist leidenschaftlicher Techniker und, wie sie selbst sagt: „Mein Technologie-Coach“.  Der Name ist Programm: Cu Nature geht auf das chemische Element 29-Kupfer/Cuprum zurück, welches im Periodensystem mit den Buchstaben „CU“ abgekürzt wird. Der Clou daran: diese Schmuckstücke sind keine täuschend echte Nachahmungen, sondern echte Insekten und Blüten. Sie bestehen aus organischen Materialien, die verkupfert wurden. Jedes einzelne Piece ist absolut unique, denn Mutter Natur selbst hat es designt. Mit Hilfe des sogenannten galvanischen Verfahrens werden sie verkupfert und mit äußerster Vorsicht behandelt, um deren Fragilität und Einzigartigkeit nicht zu zerstören.

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Dabei werden die Teile vorsichtig in ein Bad aus Kupferelektrolyten getaucht und durch die komplexe chemisch-elektro-physikalische Reaktion werden aus simplen Naturprodukten wahre Schätze. Das Potpourri reicht von Insekten über Steine bis zu floralen Elementen. Äußerst unkonventionelle Schmuckstücke sind das Resultat. Bis solch ein filigranes Accessoire mit akribischer Sorgfalt fertig gestellt und versiegelt ist, vergehen mehrere Tage. „Wir produzieren jedes einzelne Teil mit Liebe und Achtsamkeit. Für mich ist es ein kleines Wunder“, so Nina Margo. Nina Margo selbst trägt einen überdimensionalen Skarabäus um ihren zierlichen Hals, der entgegen der Erwartung trotz seiner wuchtigen und furchteinflößenden Erscheinung federleicht ist.

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Der Heilige Pillendreher, der im alten Ägypten als Symbol der Auferstehung verehrt wurde, findet nun als Statement-Kette neuen Glanz, der nicht minder eindrucksvoll und ehrwürdig ist als seine Vergangenheit als heiliges Tier. Schon vor Jahrtausenden galt der Skarabäus-Käfer als ein Glücksbringer und Schutzsymbol. Bei Hochwasser des Nils entfernte er sich aus dem Wasser und krabbelten in die Häuser der Ägypter. Dieses Phänomen galt als angekündigter Segen und reiche Ernte, da die Ägypter mit der ständig andauernden Dürre geplagt waren. Cu Nature widmet sich der ursprünglichsten Form der Schönheit – der Schönheit der Natur in all ihrer Imperfektion und ihrem Facettenreichtum und schafft die Möglichkeit sie konserviert als Schmuck am Körper zu tragen. Selbst im Großstadtdschungel ist das Insekt besser am Hals, als die Kakerlake in der Küche.

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