Schmucke Familie

Einen Impuls in eine Kreation zu übertragen scheint ein Erfolgskonzept zu sein. OLE LYNGGAARD ist ein Reisender. Skandinaviens Schmuckpapst hat die Welt gesehen und sie in eine beachtliche Schmuckschatulle gepackt.

Nach einer fünfjährigen Weltreise in den späten 50er Jahren, einer Zeit in der es noch nicht üblich war von Kontinent zu Kontinent zu jetten, transformierte Skandinaviens erfolgreichster Schmuckdesigner OLE LYNGGAARD all seine Inspiration in seine Schmuckkreationen. Die dänische Juweliermarke OLE LYNGGAARD Copenhagen ist mittlerweile die größte Schmuckmanufaktur Nordeuropas. Das Unternehmen wird damals wie heute von seinen Familienmitgliedern getragen, deren Zusammenhalt sich mit einer Kette feinster Goldschmiedearbeit vergleichen lässt, die geschmeidig um jeden schlanken Frauenhals passt. Oles Tochter Charlotte ist im wahrsten Sinne in Fußstapfen getreten, hat den väterlichen Parcours des Reisens betreten und ihre Beobachtungen in ihre eigene Schmucksprache fließen lassen. QUALITY hat sie in ihrem Atelier in Kopenhagen getroffen und sich mit ihr über ihren Vater, den familiären Spirit und die Écriture des Weiblichen unterhalten. Neben Flagshipstores in Dänemark, Schweden, Sydney und Singapore hat das Traditionsunternehmen in diesem Herbst einen Store in Paris – Welthauptstadt des Schmucks – eröffnet, in der auch limitierte Schmuckstücke zu finden sind. Charlotte Lynggaard hat die Boutique mit ihrer ganz persönlichen Handschrift designt. Ein Grund für den Pariser Standort ist neben der Crème de la Crème Luxus-Lage nahe der Rue St.-Honoré, den Tuileries-Gärten, des Louvre und des Place Vandôme (Pariser Juwelier-Adresse Nummer 1) auch ein hoch emotionaler. Immerhin war es Paris, wo der junge Ole 1957, eigentlich für einen Zwischenstopp seine fünfjährige Weltreise unterbricht. Daraus werden zwei Jahre.

Der „Stadt der Amourösen“ getreu, bleibt er – natürlich einer Frau zu Liebe. Däne trifft Dänin: Seine zukünftige Frau Karin studierte damals in Paris und ist bis heute die Frau und Muse an seiner Seite. Seine Initialschaltung als Schmuckdesigner erlebt Ole Lynggaard im Anschluss in New York, wo er erstmals für einen Schmuckhersteller arbeitet und sein Talent entdeckt. Über San Francisco tritt er eine Fernost-Reise an, die ihn nach Japan, China Philippinen, Indien bringt. Das Museum in Kairo inspirierte ihn nachhaltig zu seinen bekannten sinnlich-verführerischen Schlangen (Erstentwurf 1969), die er seiner Frau widmet und die sich bis heute in 18-Karat Gold und Weißgold mal mit Diamanten mal mit Turmalinen um Handgelenke, Finger und Ohren der Damenwelt schlängeln. Den Kopf voller Eindrücke und Ideen eröffnete er, zurück in der Heimat ein kleines Schmuckatelier nebst eigener Kollektion (Firmengründung 1963). „Dänemark war damals schon sehr bekannt für hochwertigen Silberschmuck, aber mein Vater wollte eine Goldschmuckkollektion. Trotz der damaligen Wirtschaftskrise, war er nicht davon abzubringen.“ 1987 ist es Charlotte, die Ihrem Vater ins Unternehmen folgt.

Auf Papa Oles Spuren passiert sie neben San Francisco ebenso Paris und bleibt gleich vier Jahre. Dann die erste Kollektion. Ihre Inspirationen holt sie sich aus der Natur. Ihre Schmucksprache ist floral, sehr weiblich, aber ebenso vergoldet. Vater Ole, dessen Stil ein anderer ist, stimmt der neuen Formsprache zu – steht hinter ihr. Das hat gute Energie, Charlottes Linie ist von Anfang an von Erfolg gekrönt. Und auch gekrönte Häupter wie die dänische Königsfamilie tragen Lynggaard. Prinz Henriks Manschettenknöpfe wurden bereits vor 40 Jahren in der Lynggaard-Schmiede kreiert. Charlotte, die bereits seit drei Jahrzehnten die weiblichen Mitglieder des Königshauses beglückt, setzt selbstbewusst noch einen oben auf. Auf eigene Initiative designt sie ein aufwendiges Diadem für Kronprinzessin Mary. Die „Midnight Tiara“ wurde in 500 Stunden handgefertigt. Silber, Weißgold und Diamanten erinnern an eine skandinavische Mondnacht im Wald. Wenn Mary das Lieblingsstück bei feierlichen Anlässen wie zur Hochzeit von Prinzessin Madeleine von Schweden trägt, geht das Schmuckstück durch die Medien und wird zum Teil der Geschichte. Eine besondere Ehre, die Charlotte zu Recht mit Stolz erfüllt.

„Nur im Verbund und mit großer Leidenschaft können wir im Vergleich zu den großen Weltmarkt-Labels bestehen und die Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Unser Traum ist es, langfristig eine Luxusmarke zu erschaffen. Es ist eine lange Reise, auf der wir uns befinden, aber wir sind zuversichtlich und arbeiten hart daran“, so Sören, der CEO des Unternehmens.

Die Lynggaards arbeiten mit Stringenz und der unerschütterlichen Liebe zum Detail an ihrer Vision, eine führende skandinavische Luxusmarke mit internationaler Anerkennung zu werden – tief verwurzelt in eine Leidenschaft für einzigartiges Design, Formschönheit und Handwerkskunst, das von Generation zu Generation weitergegeben werden kann. Ein Business am Leben zu erhalten und es wachsen zu lassen steht aber auch für Weltoffenheit. Die Namen der Kollektionen und Sondereditionen wie Lotus, Elephant, Blooming, Golden Forest, Gipsy, Zirkus, Wilde Rose, Sweet Drops, Kiss, Stars & Hearts sprechen für sich  – von der Sehnsucht nach dem Schönen, vom Reisen in exotische Ferne, der Achtsamkeit vor Natur und der Liebe zur Spielwiese ihrer Zunft. Charlotte selbst hat eine klare Vision: zu ihren Designs, ebenso wie zu ihrer Familie, und gibt uns einen persönlichen Einblick die Welt der Lynggaards.

Das zugehörige Interview mit Charlotte Lynggaard gibt es in der aktuellen QUALITY Herbstausgabe!

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